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PRO
FAUNA
- Aktionsgemeinschaft
zum Schutz wildlebender Tiere e.V.
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Pressemitteilung
Das Letzte: Präriehunde als "Heimtiere"
Bismark, 20. April 2007. Mit Sorge registriert die Aktionsgemeinschaft PRO FAUNA eine Zunahme des Handels mit Präriehunden für die Heimtierhaltung. Die Folgen dieses Trends sind Tierquälerei, notwendig werdende Arztbesuche verletzter Tierhalter sowie eine verständliche Verärgerung der Mitarbeiter vieler Zoos. Dort ist man nicht darauf eingerichtet, alle Tiere wildlebender Arten aufnehmen zu können, die ihren Besitzern lästig geworden sind.
Präriehunde sind in Nordamerika lebende, mit den europäischen Murmeltieren verwandte Nagetiere, die bis 30 cm lang und 1,5 kg schwer werden können. Zu dem Namenszusatz "-hund" kamen sie nur, weil sie, besonders in Gefahrensituationen, Laute von sich geben, die an Hundegebell erinnern. Präriehunde sind tagaktiv, ausschließlich bodenbewohnend und leben gesellig in selbst gegrabenen Erdbauten. Trotz ihrer Lebensweise in großen Kolonien, die sich in Familien aufgliedern, können sie sehr streitlustig sein. Im Fall des Falles beißen sie kräftig zu. Zu den Gebissenen zählen inzwischen auch viele Menschen, die meinten, sich solche Wildtiere unbedingt ins Haus holen zu müssen.
Im Jahr 2003 infizierten sich in den USA mindestens 87 Menschen mit Affenpocken. Diese Viruserkrankung heißt so, weil sie 1959 erstmals bei Affen festgestellt wurde. Auf den Menschen übertragen wird sie aber in erster Linie durch Nagetiere, die ihre Halter beißen oder kratzen. Ein wirksames Medikament gegen Affenpocken gibt es noch nicht, die Todesrate erkrankter Menschen wird vom Deutschen Grünen Kreuz mit 1 - 10 Prozent angegeben. Im Juni 2003 verbot die Europäische Union den Import von Präriehunden. Die in Deutschland verkauften Tiere stammen vorwiegend aus Inlandszucht, weshalb zwar den Haltern keine Virusinfektion, den Tieren aber ein elendes Dasein droht. "In die Wohnung gehört ein Präriehund nicht, da er dort kein einziges Bedürfnis seiner Lebensweise befriedigen kann", fasst Dr. Waltraut Zimmermann, Kuratorin im Zoo Köln, zusammen.
Den Käufern von Präriehunden wird meist verschwiegen, dass sie mit der Haltung dieser Tiere in der Wohnung gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und riskieren, mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro bestraft zu werden. "Wer sich für Präriehunde interessiert", so der PRO-FAUNA-Vorsitzende Wolfgang Heymel, "sollte nicht zum Tierhändler gehen, sondern in den Zoo."
In folgenden Zoos und Tierparks werden Präriehunde gehalten: Aachen, Berlin-Friedrichsfelde, Dessau, Dresden, Halberstadt, Halle, Hamburg, Hannover, Jaderberg, Köln, München, Nordhorn, Nürnberg, Perleberg, Rheine.
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